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 1985 - 2015 = 30 Jahre Musikbunker-Hamburg, 

 330 Räume 

 Warum haben  private Vermieter Lust 6 Bunker und jetzt den 7. in 2015 von ehemals 116 in Hamburg fertiggestellten ziv. Bunkern , u.A. mit Musik zu füllen ?

 Am 21.10.1985  haben wir für unser   Antic – Kaufhaus  in HH-Eppendorf, Falkenried 85,  den Bunker in der Eiffestr.634 als Lager von Privat erwerben können .Nachdem wir das Gebäude völlig entkernt hatten und dabei waren, es für unsere Verwendung umzubauen , gab es massive Nachfragen von Musikbands.

DM 50,-- monatlich für Miete plus Nebenkosten pro Person waren das Angebot.

Für 4 Personen ca.16qm , für 5 Pers. ca. 20  qm , für 7 Pers. ca. 27 qm und viele wollten noch untervermieten .

Auf dieser Mietgrundlage hatten wir uns entschlossen, das Lager für unsere Antiquitäten in eine ländliche Scheune zu verlegen und den Bunker für Musiker herzurichten. Das war ein Kraftakt  bei der Finanzierung und bei dem Umbau ohne Aufzug.

Beim Entkernen haben wir den Abbruch per Eimer über die Treppen in Container entsorgt ; beim Einbau wurden Steine und Türen per Hand über die Treppen in die Etagen gebracht. Der Kalk von den Wänden im Treppenhaus wurden mit einem Wasserhochdruckreiniger gelöst und lief unten aus dem Gebäude. es dauerte Wochen bis alles wieder trocken war .

Die Mieter zogen fast alle auf einmal ein und haben sich die nackten Betonräume mit viel Arbeit und Geschick eingerichtet

 Es hat viel Freude bereitet zu sehen wie der Bunker von jungen Leuten angenommen wurde.

Inzwischen liegen die Preise je Person bei mehrfacher Untervermietung zwischen  € 12 - € 35  ( stand 2015)

Über den Aufwand einen Bunker umzubauen, um ihn sinnvoll nutzen zu können

Da die Schutzräume in der Regel nur 8 – 10 qm groß waren haben wir unter großem Aufwand den Bunker entkernt . ( Alle nicht tragenden gemauerten Wände, die Elektrik und Holztüren wurden abgebaut und entsorgt) Fluchtwege ,feuerhemmende Türen und eine Notbeleuchtung wurden eingebaut. Für jede Etage wurde eine Toilette installiert und vieles mehr .

Da viele Mieter beim Ausbau Ihrer Räume bei der Elektrik und der Dämmung schluderten ,bauen wir nunmehr seid dem Jahr 2002 dieWände und die Böden der Räume selbst mit natürlichen "PAVATEX" Dämmplatten aus. Die Elektrik ist auf dem neuesten Stand und die Räume verfügen über genügen Lampen und Steckdosen ; bei Bedarf wird nachgerüstet .

Was bedeutet das Wort „ Bunker „ ?

Mit dem Wort Bunker verbindet heute fast jeder junge Mensch sofort eine Verbindung zu dicken Wänden ,zu lauter Musik , letztendlich zum Musikbunker.

Wenn er dann aber zum ersten mal solch einen Bunker betritt hören wir ihn oftmals ehrfürchtig sagen : so also sieht ein Schutzbunker von Innen aus !?

Das Wort „ Bunker „ bedeutet am Boden das Gegenstück zum Wort „ Krieg aus der Luft „, genauer zum Bombenkrieg und später Raketenkrieg.

Die alten Lexika kennen den Begriff „Bunker „ lediglich als Bezeichnung für den Kohlenraum auf Dampfschiffen, die gibt es aber schon lange nicht mehr, später war es der Vorratsraum für Massen- Güter und für Schutzanlagen .

Der Bombenkrieg des Zweiten Weltkrieges und die BUNKER standen nicht nur für den immensen Einsatz von Technik und Material mit der Folge enormer Zerstörung, sondern auch für einen Schritt auf dem Weg zum „totalen  Krieg“ .

Bisher kämpfte der Soldat  im Felde ;  alles andere galt als Verstoss  gegen die Ethik des  bewaffneten Kampfes. Der Soldat sollte im Feld die Heimat, die Familien sowie  das Volk schützen.

Der Bombenkrieg veränderte die Begriffe . Die Zivilbevölkerung hatte nicht nur eine Hauptlast des Krieges durch die Produktion von Kriegsmaterial zu tragen , sondern spürte auch die gewaltige Gegenwehr und als deren Folge die totale Zerstörung und über 48 T.  Luftkriegstoten in Hamburg.

Die Geschichte der Bunker in Deutschland beginnt bereits vor dem Zweiten Weltkrieg und hält bis heute an, da noch zahlreiche Bunker auf unterschiedlichste Weise genutzt werden , oder verharren in Wartestellung auf die Freigabe aus dem Zivilschutz.

 Waren die Bunker wirklich sicher ?

 Wurden die Schutzsuchenden anfangs als „Klappstuhlgeschwader „ belächelt, so gab es später Ostfrontsoldaten auf Urlaub, die den Gang zur Front dem wehrlosen Warten im Betonbunker vorzogen . Sie hatten Erfahrung mit der Durchschlagskraft der stärkeren Bombenlast nach 1942 . Bunker mit einer Wandstärke von 110 cm waren diesen Bomben nicht mehr gewachsen und für stärkere Bauten gab es kein Geld , keine Arbeiter und kein Baumaterial mehr. Für fast die gesamte deutsche Großstadtbevölkerung waren die Bunker trotzdem der Inbegriff für Überleben.

Was konnte man noch mit Bunkern anfangen

 Für die Bunker gab es keine Stunde Null , in ihnen hausten Schutzsuchende auch nach Kriegsende. Die Wohnungsnot durch die Zerstörung und der Strom an Flüchtlingen vom Osten war groß.

Die Bunker waren Elendsquartiere und waren teils bis in die siebziger Jahre hinein bewohnt.

Es stellte sich später immer wieder die Frage der Verwendung aufs Neue. Der Zivilschutz im Westen prüfte ihre Wiederverwendung besonders seit dem Korea-Krieg, der Kuba-Krise und dem Bau der Mauer. Noch bis in die neunziger Jahre, dem endgültigen Ende des Kalten Krieges, wurden viele Bunker für den Zivilschutz ausgebaut.

1989 wurde sogar überlegt, ob Bunker für die Unterbringung von DDR-Flüchtlingen in Frage kämen.  1992 dachte man angesichts der wachsenden Zahl an Obdachlosen an eine Nutzung vorhandener Bunker.

 Entfestigte Bunker , Bunker in die nach dem Krieg Fenster eingebaut wurden ,Bunker die Schäden aufwiesen oder Bunker die nicht fertiggestellt wurden , waren inzwischen seit mehreren Jahren an Möbelspeditionen und unter anderen auch an Bands als Übungsräume vermietet worden .

Im Sinne von Gustav Heinemann :

 „Der Frieden ist der Ernstfall, in dem wir uns bewähren müssen . Nach dem 

  Krieg gibt es keine Existenz mehr

 

Unser Motto :

 

Mit Musik geht Alles besser !